20.10.11

Social Learning Blogparade 2

Wie sieht meine ideale persönliche Lernumgebung aus? (bezogen auf Tools, Community, Art der Zusammenarbeit)
Zunächst ist schnell gesagt: Blog, Wikipedia, ZUM-Wiki, Twitter. Dass ich die Geschwister der Wikipedia und die Family dem ZUM-Wiki zurechne, sollte noch erwähnt werden. 
Damit sind auch die Communitys angesprochen, aber natürlich nicht die idealen. 
Gern würde ich darauf verzichten, in der Wikipedia abgekanzelt zu werden, in ZUM-Wiki auch beim 5. Verständigungsversuch abgeschmettert zu werden (kommt zum Glück extrem selten vor, genau genommen nur einmal). In der Wikipedia ist's man eher gewohnt und hält sich aus gefährlichen Gebieten wie Islamismus und Nationalsozialismus vorsichtshalber heraus, wenn man nicht ausgesprochen darauf spezialisiert ist oder eine beglückend dicke Haut hat.
Keine ergiebige Frage finde ich. Pflichtpensum.


Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? 
(Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)
Da man von mir keine empirischen Befunde erwarten kann, lasse ich hier meiner Subjektivität die Zügel schießen: Erstaunlich weit im Bereich der Wikipedia, ganz erstaunlich weit bei einzelnen Netzindividuen, die mir begegnen. Hier habe ich vielfach Dank zu sagen, und habe auch gelegentlich ein wenig abstatten können. 
Für die anderen Bereiche mögen andere sprechen. 


Wie sollte sich Social Learning in den nächsten Jahren entwickeln?


Ich wäre dankbar, wenn die Experimentierbereitschaft weiter so hoch bliebe wie bisher, sie dürfte gern auch zunehmen.
Aber die blauäugige Rede davon, dass Normaljugendliche nur aus dem Klassenzimmer hinausgeschickt und mit möglichst vielen Netzgeräten ausgestattet werden brauchten, um dann selbständig ihren Bildungsgang zu gestalten, wie sie etwa Professor Dueck verbreitet, hilft dem Social Learning nicht weiter. Natürlich wäre es schön, wenn mehr "professionelle Intelligenz" im Umlauf wäre. Seine Methode, im Lehrervortrag dafür zu werben, führt aber gewiss nicht dazu, dass sie plötzlich stark zunimmt.
Auch die Behauptung, es gäbe keine Probleme im Netz, lässt sie nicht verschwinden. So, wenn eine erfahrene Netzpädagogin argumentiert: "Mein Sohn hat im Internet bei einem Kriegsspiel Demokratie gelernt. Weil der Führer seiner Gruppe so autoritär war, hat er sich von ihm gelöst und seine Gruppe mit ganz demokratischen Regeln aufgebaut. Er war erst 14 und hat das nicht so wahrgenommen. ("Ich hab doch nur gespielt.") Aber er hat Demokratie gelernt."
Das ist gut für ihn. Aber was haben die gelernt, die bei dem autoritären Führer geblieben sind? Ballern und Gehorchen. - Dem gegenüber sind die viel gescholtenen Sekundärtugenden 'Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit' geradezu zentrale, hoch erstrebenswerte Lernziele. 


Es sollte mehr betreute Hinführung zur Arbeit mit dem Netz geben, das Geld dürfte nicht in immer neuere Versionen von  The Call of Duty und seinen Nachfolgern gesteckt werden, sondern in Unterrichtsprojekte, die eine Verbindung von offline- und online-Unterricht erproben und verbessern.

Meine eigene Netzbiographie ist ein deutliches Beispiel dafür, wie sehr ich Anleitung gebrauchen konnte und noch brauche und erhalte. 
Mittelmaß wie ich braucht Anleitung, so wie sie die Schüler auf diesem Blog erfahren haben und sie zum Glück von mehr und mehr Pädagogen, die Arbeit vor Ort mit Arbeit im virtuellen Klassenraum verbinden, geleistet wird. 


Kritik am Hype des Web2.0-Lernens ist nicht schon deshalb falsch, weil sie trocken akademisch daher kommt. 
Natürlich darf man sich seinen pädagogischen Optimismus durch Nörgler nicht nehmen lassen. Aber wer in der Öffentlichkeit ein Bild vom problemlosen Social Learning malt, tut seiner Sache nichts Gutes.



Hier der Ort, wo die anderen Beiträge zur Blogparade gefunden werden können.

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